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PRESSE
 
Nur die Besten schafften es bis hierher
Von Jacqueline Graber. Aktualisiert am 09.09.2013
 
In Hasle trafen sich am Folklorenachwuchs-Finale begabte Volksmusiker zum Wettstreit. Darunter auch zwei Formationen aus dem Emmental. Trotz fehlerfreien Leistungen reichte es keinem der beiden zum Sieg.
Sind keine Unbekannten in der Volksmusikszene: Die Geschwister  Moser – Claudia, Sandra und Michaela (von links) – hatten am Prix Walo den Titel «Tagessieger» eingeheimst.  
Sind keine Unbekannten in der Volksmusikszene: Die Geschwister Moser – Claudia, Sandra und Michaela (von links) – hatten am Prix Walo den Titel «Tagessieger» eingeheimst.
 
Das Programm
Der Folklorenachwuchs-Final am Freitagabend wurde im Rahmen des Nachwuchs-Jodlerfests durchgeführt. Am Samstag fand in der Turnhalle Preisegg in Hasle ein grosser Volksmusik-Unterhaltungsabend mit Musikern wie das Schwyzerörgeliquartett Wüthrich-Jaun-Stalder oder das Jodelduett Nadia und Regula Hofer statt. Der Höhepunkt des dreitägigen Anlasses war am Sonntag der Auftritt von 17 verschiedenen Kinderchörli, Jodlergruppen und Fahnenschwingern.jgr
Vergebens suchen die Mädchen nach einem leeren Raum, alle sind besetzt. Doch die Geschwister lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Kurzerhand gehen sie nach draussen und singen sich unter dem Velounterstand neben der Turnhalle ein. «Momentan geht es noch mit der Nervosität», sagt Michaela Moser (14), während sie ihr Schwyzerörgeli aus der Kiste packt. Die drei Jodlerinnen tragen eine Berner Sonntagstracht, passend dazu haben sie ihre Haare zu einer kunstvollen Zopffrisur frisiert. «Wartet noch», ruft die Jüngste im Bunde, die 9-jährige Sandra Moser. Sie hält noch ihren Glücksbringer in den Händen. Rasch legt sie den Berner Sennenhund aus Plüsch auf den Boden und stellt sich in Position. Nun hat sie, wie ihre Schwester Claudia, die Hände frei; denn diese werden traditionsgemäss während des Jodelns unter der Schürze versteckt.
 
Live im Radio übertragen
Das Terzett Geschwister Moser aus Rüegsbach hat quasi ein Heimspiel. Der Folklorenachwuchs-Final mit Teilnehmern aus der ganzen Deutschschweiz findet am Freitagabend im Nachbardorf Hasle statt. Die Mädchen starten in der Kategorie Jodel. Ausgetragen wird der Wettbewerb im Rahmen des Nachwuchs-Jodlerfests, das am Wochenende in der Turnhalle Preisegg durchgeführt wird. Der Nachwuchs-Final wird live auf Radio SRF Musikwelle übertragen. Fünf Jodelformationen singen um den Gesamtsieg. Ausserdem geben sechs Gruppen in der zweiten Kategorie, der instrumentalen Volksmusik, ebenfalls ihr Bestes. Pro Kategorie kürt die Jury einen Sieger. Die Konkurrenz ist hart, denn nur die Besten haben es überhaupt bis hierher geschafft: Sie mussten sich im Vorfeld an regionalen Anlässen für die Finalteilnahme qualifizieren.
 
Faire Verlierer
Während sich die Geschwister Moser noch einsingen, warten die zweiten Emmentaler Teilnehmer bereits beim Bühneneingang. Das Trio tritt als Erstes auf. Dominik Fankhauser (14), Trub, und Stefan Schenk (14), Röthenbach, spielen auf dem Schwyzerörgeli. Begleitet werden die zwei von Werner Zaugg mit dem Kontrabass. Denn das Reglement erlaubt einen Erwachsenen pro Gruppe. «Die Hauptprobe ist gut gelaufen», sagt Dominik Fankhauser. Beide Jungs haben im Alter von zehn Jahren mit dem Schwyzerörgelispielen begonnen und sich im Unterricht kennen gelernt.
Nach einer kurzen Ansage des Moderators ist es so weit. Es ist Punkt 20.07 Uhr, das Radioprogramm ist genau geplant. Das Trio Fankhauser, Schenk und Zaugg eröffnet den Wettbewerb. Sie spielen «Im Bäre z Konolfingen», eine Komposition von Peter Zinsli. Ihnen gelingt eine fehlerfreie Darbietung. Als Belohnung gibts Applaus vom Publikum. Nach ihnen sind bereits die Geschwister Moser an der Reihe. Sie tragen «Frag z Müetti no» vor, ein Jodellied von Franz Stadelmann. Die Mädchen sind sich Auftritte vor grossem Publikum gewohnt. Im letzten Mai holten sie am Prix Walo den Titel «Tagessieger». Wie ihre Vorgänger erobern auch sie mit ihrer musikalischen Leistung und ihrer sympathischen Art die Herzen der Zuschauer. Nun beginnt für die beiden Emmentaler Formationen die Wartezeit. Nach schier endlos scheinenden eineinhalb Stunden werden die Sieger bekannt gegeben.
 
Die Ernüchterung: Für die Emmentaler hat es nicht gereicht. Im Jodeln gewinnt Solojodlerin Arlette Wismer; in der Kategorie instrumentale Volksmusik die Gruppe Dreierlei. Die Gewinner bekommen einen Pokal aus Bergkristall und haben sich einen Fernsehauftritt in der SRF-Sendung «Viva Volksmusik» gesichert. Dennoch hat sich die Teilnahme für alle gelohnt: Gemeinsam werden die Finalisten eine CD aufnehmen. Sie sei nicht enttäuscht, sagt Claudia Moser (12) nach dem Wettbewerb. «Arlette hat den Sieg verdient.» Und auch Stefan Schenk zeigt sich als fairer Verlierer. «Dreierlei hat gut gespielt.»
 
Anlass war Hauptprobe
Obwohl es den Emmentalern nicht zum Sieg reichte, ist die Freude bei Alfred Schäfer gross. «Alleine schon, sich für das Finale zu qualifizieren, ist eine grossartige Leistung.» Schäfer ist OK-Präsident und hat zusammen mit seinen Kollegen vom Jodlerklub Hasle-Rüegsau und dem Kinder-Jodlerchörli den dreitägigen Anlass auf die Beine gestellt. Das Nachwuchs-Jodlerfest fand zum 13.Mal statt, aber erstmals war Hasle der Gastgeber. Schäfer sieht den Grossanlass als Hauptprobe, denn im Jahr 2015 wird am gleichen Ort das Kantonale Jodlerfest über die Bühne gehen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 09.09.2013, 09:55 Uhr