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Wenn sie jodeln, lachen ihre Herzen

|  18. Oktober 2012

 

 
Wenn sie jodeln, lachen ihre Herzen
Sie sind «kleine» Genies: Michaela, Claudia und Sandra Moser (von rechts) freuen sich auf ihr erstes Konzert. Selbstverständlich wird auch Roger seine Schwestern begleiten, nur Hauskatze Jackie muss dann daheim bleiben.Bild: eag
 
Geschwister Moser, Rüegsbach. Michaela, Claudia und Sandra Moser singen für ihr Leben gern. Schon von klein auf wird im Hause Moser gesungen und gejodelt. Am Prix Walo-Sprungbrett 2012 in Engelberg, sangen sich die drei Mädchen in die Herzen aller. Jetzt proben sie für ihr erstes abendfüllendes Konzert.


Eigentlich sollte man meinen, die drei Schwestern würden an diesem Samstagnachmittag gut vorbereitet nur darauf warten, vorjodeln zu können – doch dem ist nicht so. In der grossen Stube empfängt einen nämlich erst einmal spitzbübisch lachend der siebenjährige Roger, auf dem Arm die schnurrende Hauskatze Jackie. Dann stürmt Sandra (8) herein; sie holt gleich ein Malbuch hervor und fängt an zu malen. Ein Weilchen später gesellen sich Claudia (11) und Michaela (13) dazu. 
Nun stehen die drei Schwestern zusammen und fangen ohne viel Aufhebens zweistimmig an zu singen: «Mys chlyne Veieli», ein Jodellied von Adolf Stähli. Es ist nicht allein ihre glasklar vorgetragene Interpretation, die einen berührt, sondern ihre Ausstrahlung; die jungen Gesichter, die so viel von ihren Gefühlen und von der Freude zu ihrem Handwerk offenbaren. 
 
Sie harmonieren 
«Beim Jodeln kann man ganz viel ohne Worte ausdrücken», sagt Michaela. Ihr gefalle aber praktisch jede Musikrichtung. «Ohne Musik könnte ich nicht sein», erklärt sie. Seit gut zwei Jahren spielt die junge Jodlerin auch leidenschaftlich gerne Schwyzerörgeli und begleitet zuweilen die Lieder präzise. «Ich bewundere meine Schwester, wie sie es schafft, an öffentlichen Auftritten so locker zu sein», meint die eher zurückhaltende Claudia. Sie, die nebenbei Gitarre spielt und ins Jazz-Ballett geht, betont: «Tanzen und musizieren tue ich halt auch gerne.» 
Und die Jüngste, die Dritte im Bunde, sagt strahlend: «Ich finde jodeln, malen und turnen schön.» Die Achtjährige vermag es, selbst wenn sie konzentriert singt, einen zwischendurch immer wieder bezaubernd anzulächeln. 
Durch ihre Mutter, Marianne Moser, die seit Jahren im Gemischten Chor Huebbach singt, sind die Mädchen zum Singen gekommen. Immer wenn sie zur Probe habe gehen wollen, hätten Michaela und später auch Claudia gebettelt, mitkommen zu dürfen und sie angefleht: «Wir wollen auch singen.» Als Sechsjährige wusste dann auch Sandra: «Jetzt will ich singen!» 
Nun war das Trio komplett. Schnell wurde klar: Alle drei sind talentiert und stimmlich begabt. Das Handwerk jedoch erlernten und lernen sie auch heute noch im Kinderjodlerchörli Unteremmental. Komponist Hannes Fuhrer nahm die Mädchen unter seine Fittiche – Michaela bereits als Vierjährige und Sandra sogar noch jünger. Er leitete damals das Kinderjodlerchörli. 
 
Erfolge feiern
«Zum Üben muss ich die Mädchen kaum ermahnen», sagt Marianne Moser, der es fern liegt, Druck auf die Kinder auszuüben. Ihr Mann Peter ergänzt: «Singen muss aus dem Herzen kommen; man muss es selbst wollen.» Es sei schon toll, dass sie als Schwestern ganz spontan nach Lust und Laune üben könnten, begeistert sich
Michaela. 
Sie, die bereits als Sechsjährige ihr erstes Duett an einem Frühlingskonzert gesungen hatte, schaut, dass der rechte Ton getroffen wird. Und wenn ihr ein Lied ab CD gefällt, schreibt sie den Text gleich auf und arrangiert ihn für das junge Terzett. Tatsächlich komponierte die 13-Jährige bereits ein eigenes Stück: «Äs farbigs Fragezeiche». Die Geschwister singen neben Jodelliedern auch Stücke wie den Hit «Ewigi Liebi», den Michaela selbst arrangiert hat. 
Kein Wunder also, dass die Schwestern immer wieder an regionalen Konzerten begeistern und auch schon an
grossen, volkstümlichen Musik-Anlässen Erfolg gehabt haben. Dies sogar am Prix Walo-Sprungbrett 2012, im August in Engelberg. Dort sangen sie sich mit Hannes Fuhrers «Luschtegi Zyte» und dem «Hüeterbueb» von Emil Herzog in die Herzen aller. Die Mädchen sind sich einig, am allermeisten habe sie das grosse Kompliment der Präsidentin der Show-Szene Schweiz, Monika Kaelin, gefreut. Sie habe nämlich gesagt: «Der Auftritt hat mir wahnsinnig gut gefallen!» 
 
Das Konzert
Derzeit proben die Geschwister für ihr erstes abendfüllendes Konzert, am Samstag, 27. Oktober, in der Kirche Rüegsbach. Michaela hat das Programm, also die Liedwahl und den ganzen Ablauf des Konzerts, tatsächlich von A bis Z selber geplant. «Ich schaue lediglich, dass die Berner Festtagsstrachten der Mädchen in Ordnung sind und ich mit ihnen zur rechten Zeit in der Kirche sein werde», sagt die Mutter schmunzelnd. Claudia
verrät: «Freilich sind wir ziemlich kribbelig, und wir müssen noch tüchtig proben.» Doch für heute reiche es, sind sich alle drei einig. «Denn schliesslich haben wir noch Freundinnen, mit denen wir auch gerne zusammen sind.»
Elsbeth Anliker